Stoffe, Filz, Wolle und Stofffarben bzw Textilarbeiten
Stoffe, Filz und Wolle sind vielseitig einsetzbar und ideal für Kostüme und Accessoires. Sie lassen sich einfach schneiden, kleben, binden oder nähen und bieten viele Gestaltungsmöglichkeiten. Mit Stofffarben können die Materialien individuell bemalt oder bedruckt werden.
Mögliche Lernbereiche:
Textiles Gestalten und Materialkunde, Design, Motorische und handwerkliche Fähigkeiten
Materialvorschlag
- Textilreste
- Alte Kleidungsstücke
- Wollreste
- Lederreste
- Lederbänder
- Nähmaschinen
- diverses Nähzubehör
- Scheren
- Klammerlmaschine
- Gummibänder
- Stofffarben (Stifte, flüssige Farben)
- (Stoff-)Kleber
- Holzstücke und Moosgummi für die Gestaltung von individuellen Stempel
Stoffe und Filz sind vielseitige Materialien, die sich hervorragend für kreative Gestaltungen im CosTechPlays-Projekt eignen – insbesondere im Bereich Kostümbau und Accessoires. Stoff ist in vielen Farben, Mustern und Stärken erhältlich und lässt sich leicht zuschneiden, nähen, kleben, klammerln oder binden. Oftmals sind Stoffreste, die nicht mehr gebraucht werden, in den Haushalten verfügbar und können von den Schüler*innen mitgebracht und verwendet werden. Filz ist besonders beliebt, da er nicht ausfranst, sich leicht formen lässt und eine stabile, aber flexible Struktur bietet. Je nach Vorerfahrung der Schüler*Innen können Filztechniken gut eingesetzt werden. Dünnere Bastelfilze können auch auf zuvor aus Karton zugeschnittenen Masken aufgeklebt werden.
Durch den Einsatz von Stofffarben können die Materialien individuell gestaltet werden – ob durch Bemalen, Bedrucken oder Batiken. Textilarbeiten fördern dabei nicht nur kreative Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch motorische Fähigkeiten und ein grundlegendes Verständnis für Materialverhalten. In Cosplay-Projekten entstehen so Umhänge, Masken, Tierohren, Armbänder oder andere textile Elemente, die sich mit anderen Materialien erweitern lassen. Wolle und Lederreste sind meist auch in den Haushalten verfügbar und eignen sich für die Gestaltung von Accessoires Gürteln, Brustgurten, Tierschwänzen, Zöpfen oder – in der Kombination mit Karton – für die Gestaltung von ganzen Perücken.
Weitere Gedanken, Anmerkungen
Große Stoffe um ggf. Umhänge bzw. größere Kostümteile aus einem Stoffstück zu erstellen, Nähmaschinen sind nicht in jeder Schule verfügbar, es gab im Projekt sehr gute Erfahrungen mit engagierten Eltern die sich mit Nähmaschine und dem nötigen Know-how einbrachten. Es gibt Stofffarben, die man mit bis zu 40° waschen kann. Als Grundlage muss ein Stoff mit üblicherweise ca. 80% Baumwolle verwenden (bitte für die gewählte Stofffarbe genau nachlesen), der vor Verwendung gewaschen werden sollte (Appretur auswaschen).
Impulsidee 1 – Miniatur-Cosplay-Kostüme
Bei dieser Variante gestalten die Schülerinnen keine Kostüme für sich selbst, sondern entwickeln Miniatur-Cosplay-Kostüme für Puppen, Actionfiguren oder selbst gebaute Figuren. Durch das kleinere Format können Stoffreste und andere Recyclingmaterialien effizient eingesetzt werden, was das Projekt besonders nachhaltig macht. Die Reduktion auf ein Miniaturmaßstab fördert zudem die Feinmotorik, das genaue Arbeiten und ein gutes Gespür für Proportionen und Design. Auch komplexe Entwürfe lassen sich so einfacher und schneller umsetzen, was für jüngere Schülerinnen oder Gruppen mit begrenzten Ressourcen besonders motivierend ist. Optional kann das Projekt mit einer kleinen Ausstellung oder Fotoserie der fertigen Miniatur-Figuren abgerundet werden.
Besonders geeignet für:
Textiles Gestalten und Materialkunde, Design, Motorische und handwerkliche Fähigkeiten
Impulsidee 2 – Was sagt mein Stoff über meinen Charakter und meine Rolle in der Gesellschaft aus?
In diesem Projekt wählen die Schüler*innen gezielt Stoffe aus, die zur Persönlichkeit, Rolle oder Herkunft ihrer Figur passen – zum Beispiel edler Samt für einen König, grober Leinenstoff für eine Kriegerin oder bunte Muster für eine fantasievolle Magierfigur. Dabei wird gemeinsam reflektiert, welche Eigenschaften oder gesellschaftliche Rollen bestimmte Stoffe symbolisieren und warum sie für bestimmte Charaktere passend erscheinen. Diese Auseinandersetzung schärft das Bewusstsein für visuelle Sprache, Materialwirkung und Charakterdarstellung aber auch für die Entwicklungsgeschichte der Kleidung. Durch den bewussten Umgang mit Stoff als Ausdrucksmittel entstehen nicht nur kreative Kostümteile, sondern auch spannende Diskussionen über Status, Herkunft oder historischen Bezug der Rollenbilder. So verbindet sich praktisches Gestalten mit inhaltlicher Reflexion und Geschichtsunterricht oder auch Kunstgeschichteunterricht (Bilder aus allen Epochen sind eine große Inspirationsquelle für die Gestaltung von Kostümen für Charakter in Film und Games) auf anschauliche Weise.
Besonders geeignet für:
Materialkunde, Design, Fächerübergreifender Unterricht, Theater
Impulsidee 3 – Rate wer ich bin
In diesem Projekt geht es um das Entwickeln von Verständnis für Charaktermerkmale sowie die Bedeutung der einen Charakter umgebenden „Welt“ für die Interpretation seiner Rolle. Das Setting besteht aus einem Greenscreen-Aufbau (siehe auch Greenscreen), verschiedensten großen Textilstücken sowie Gürteln, Seilen/Schnüren und Klebebändern und (je nach zur Verfügung stehender Zeit) Karton und Bearbeitungszubehör für die rasche/ungenaue Gestaltung von Accessoires.
Das Projekt besteht aus zwei Phasen. Die Schüler*innen überlegen sich zuerst einen Charakter, den sie nur angedeutet durch die Auswahl des Stoffes, die Art, wie sie diesen als Kleidungsstück mit den wenigen Hilfsmitteln drapieren und eventuell anhand eines rasch und nicht ausdifferenziert gestalteten Accessoires sowie ihrer Körperhaltung und -sprache, ihrer Bewegung und Mimik schauspielerisch darstellen. Es wird nicht gesprochen, es dürfen maximal Laute gemacht werden. Es wird gegenseitig geraten, wer wen darstellt. Wurde richtig geraten, wird auch immer gefragt, woran der Charakter erkannt wurde und was es erleichtert hat.
In der zweiten Phase dürfen die Schülerinnen ein Bild der Welt ihres Charakters aussuchen, und mithilfe des Greenscreen-Setups sind sie mit ihrem „Kostüm“ am Bildschirm in dieser Welt sichtbar. Sollte in der ersten Runde noch nicht richtig geraten worden sein, so ist es jetzt vermutlich ganz einfach, die Charaktere zu erraten. Gemeinsam wird reflektiert, was am gewählten Hintergrund – abgesehen davon, dass die Schülerinnen den Film oder das Videospiel kennen – noch Hinweise auf den Charakter, seinen sozialen Status (Bildung, wirtschaftlicher Background, …) oder auch seine Talente beziehungsweise Schwächen liefert.
Es werden Fotos gemacht (vom Bildschirm, sodass der Charakter in der zugehörigen Welt zu sehen ist), um eventuell in anderen Einheiten noch ohne den Aufbau des Greenscreen-Settings weiterarbeiten zu können.
In Folge kann es interessant sein, Ausschnitte aus Dokumentationen heranzuziehen und diese gemeinsam nach denselben Gesichtspunkten zu analysieren. Oder auch gemeinsam Ausschnitte aus Nachrichten anzusehen und zu reflektieren, welche Statussymbole, Körperhaltungen, Ausdrucksformen, Accessoires, Kleidungswahl, … in unserer Zeit verwendet werden, um in einer bestimmten Rolle wahrgenommen zu werden und dadurch die Mitmenschen auch zu beeinflussen.
Ergänzend könnte man dann auch die Wirkung von Körperhaltungen, Posen, Bewegungen, … auf die eigene emotionale Befindlichkeit im Unterricht behandeln und welche Zusammenhänge es hier auch zum Gehirn gibt und wie man sie zum Beispiel bei Lampenfieber vor Referaten oder in ungewohnten sozialen Situationen einsetzen kann.
Besonders geeignet für:
Design, Fächerübergreifender Unterricht, Theater

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Österreich Lizenz.